Cover Bettgespräche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erschienen im Schardt-Verlag:

Schardt-Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kurzgeschichten
"Bettgespräche"

Klappentext:

Er sagt, sie sagt – geradezu leidenschaftlich geht das Paar Auguste-Elisabeth und Hugo eine seiner Lieblingsbeschäftigungen im Bett nach, nämlich dem Zwiegespräch. Ganz gleich, ob Der Klimawandel, Erotik unter dem Tschador oder Frust, Alkohol und Nikotin, es gibt kaum ein Thema, über das sich nicht zur Schlafenszeit oder gleich nach dem ersten Augenaufschlag vortrefflich diskutieren ließe. Gemeinsam gehen sie sogenannten Missständen auf den Grund und suchen nach Lösungswegen, die ihnen plausibel erscheinen und den Leser schmunzeln lassen. Mit den Bettgesprächen steht Harald H. Risius in einer langen literarischen Tradition, die von philosophischen Gesprächen in der Antike, über Salongespräche der Romantik bis hin zu den Teegesprächen einer Franziska zu Reventlow reichen. Intelligent, ironisch und erfrischend – ein Beziehungsbuch, das sich mit den wichtigen Problemen befasst, in dem Männer zuhören und Frauen mit Sicherheit einparken können.

Wie alles zustande kam:

Auguste-Elisabeth und Hugo sind ein dauerverliebtes Paar. So verliebt, dass ihr gemeinsames Bett bald zum Hauptaufenthaltsort geworden ist. Hier finden sie die richtige Umgebung, um kluge und anregende Gespräche zu führen und alle wichtigen Entscheidungen zu fällen. Zum Glück müssen sie beide keiner geregelten Beschäftigung nachgehen: Auguste-Elisabeth ist freischaffende Künstlerin, und Hugo befindet sich im Vorruhestand. So haben sie beide morgens Zeit, sich von den anstrengenden nächtlichen Aktivitäten auszuruhen und bei einer Tasse Kaffee und der Morgenzeitung vor sich hin zu dösen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Allerdings findet der Inhalt der Zeitung nicht immer ihre Zustimmung. Oft bekommen sie das Gefühl, nur sie beide können die Welt wieder ins Lot bringen. Aber wie? Der Ursprung aller Verbesserung ist die richtige Idee, und in vielen langen Gesprächen finden sie Lösungen für fast jedes Problem. Nun ist es nur noch Sache der Politiker, diese Zeilen zu lesen und zur Tat zu schreiten.

Wieso finden die beiden die genialen Ideen, um die unsere Politiker, Wirtschaftsführer und Verwaltungsdirektoren sich vergeblich bemühen, ringen und streiten? Ganz einfach, meinen die beiden: Ein gesundes und ausgiebiges Liebesleben macht den Geist frei! Außerdem sind sie beide mit besonderen Genen ausgestattet: Auguste-Elisabeth hat als ursprüngliche Bayerin immer noch das CSU-Gen in sich, und der Ostfriese Hugo hat von der Deichspitze aus sowieso immer den besseren Überblick gehabt.

Leseprobe:

aus Kapitel 1
DER KLIMAWANDEL

"... ich möchte jedenfalls nicht als ‚Weiße’ bezeichnet werden. Wozu gehe ich denn auf die Sonnenbank, he?" Sie schaut Hugo auffordernd an und streckt eines ihrer braungebrannten Beine unter der Bettdecke hervor. „Aber ist ja egal, wir verbringen demnächst ja ohnehin unseren Urlaub im eigenen Haus. Dann bekommen wir auch keine fiesen Krankheiten mehr, wie Diarrhöe, Malaria, Dengue-Fieber, Chikungunja oder gar Ebola. Ich freue mich auf die Klimaveränderung! Urlaub im eigenen Haus ist doch viel gesünder, oder?“

Hugo denkt nach. „Na ja, ein paar Vorteile hätte das schon. Der Wasserspiegel in den Ozeanen soll ja auch steigen, und vielleicht liegt unser Haus dann direkt an der Nordsee. Zumindest in Sichtweite. Was meinst du, wie dann die Immobilienwerte hier steigen werden. Und die Touristen kämen in Scharen. Vielleicht könnten wir ja noch einen Schuppen im Garten bauen, den wir dann an Gäste vermieten.“ „An wen?“ fragt Auguste-Elisabeth. Sie schafft es, mit ihrer Stimme Unmut und Unglauben gleichzeitig auszudrücken.

Hugo aber bleibt tapfer. „Na ja, wenn es bei uns wärmer wird, muss es irgendwo ja auch wohl kälter werden, und die Leute, die dort wohnen, machen dann bei uns Urlaub.“ „Nein, das klappt nicht. Die gesamte Erde wird ja wärmer. Außerdem will ich keine fremden Leute in unserem Garten haben. Dann soll ich denen womöglich auch noch Frühstück machen, oder?“ Auguste-Elisabeth wirft ihre Bettdecke beiseite und kriecht jetzt endgültig unter Hugos Decke. Dem wird auch ohne Klimaveränderung ganz warm. Aber vorläufig muss er noch einen klaren Kopf behalten, das Thema ist zu wichtig. „In der Zeitung stehen überraschend viele Immobiliengesuche! Meinst du, da haben einige Leute schon wieder die Nase vorn? Müssen wir da nicht auch was machen?“

Lesen Sie auch hierzu: Buchbesprechung "Bettgespräche" im Rahmen einer Klassenarbeit